Tag 4 – 7 | Was sind eigentlich Blutstammzellen und weshalb müssen diese stimuliert werden? Und wo befinden sich meine, die es für die Stammzelltransplanation braucht? Ich als Nichtmediziner verstehe da ehrlich gesagt nur Bahnhof … Sehen Sie dazu meinen separaten Blogeintrag «Blutstammzellen erklärt», der dieses Thema behandelt. Was ich weiss: Die Blutstammzellen befinden sich in meinem Knochenmark und werden mittels Medikamenten aus den Knochen «hervorgekitzelt». Kommt mir vor wie eine Katze auf dem Feld, die vor einem leeren Mausloch auf die fette Beute lauert. Sind mittels Medikamenten genügend Stammzellen in den Blutkreislauf übergegangen, werden die meinem Körper entnommen, oder «geerntet». Auf das Katzenbild umgemünzt hiesse das: Die Maus kommt aus ihrem Loch und die Katze würde blitzschnell zuschlagen – schmatz …

Die Blutstammzellen werden stimuliert

Tag 4 – 6, 13. – 15. März, Fr – So

In den nächsten vier Tagen wurden mir zur Stimulation der Stammzellen Medikamente verabreicht. Jeder Tag lief nach dem gleichen Schema ab:

  • 1 Tablette vor dem Frühstück zur Schonung des Magens vor den Steroiden.
  • 11.00: Infusion 400 ml Steroide wärend 20 – 40 Minuten zur Stimulation der Stammzellen und für einen Energieschub intravenös verabreicht.
  • 23.00: 1 kleine G-CSF-Spritze zur Stimulation der Stammzellen mit einer kleinen Spritze in den Oberarm.
  • 3.00: 1 kleine G-CSF-Spritze zur Stimulation der Stammzellen mit einer kleinen Spritze in den Oberarm.
Tag 7, 16.März, Mo
  • Nach dem Frühstück wurde ich in den 3.Stock gebracht, wo mir ein 40 cm langer Halskatheter verabreicht wurde. Danach ging’s gleich in den Röntgenraum. Mit dem Röntgen wurde geschaut, ob der Katheter korrekt platziert war. Ja: Alles paletti. Weiter ging’s mit der Stimulation der Stammzellen in meinem Zimmer:
  • 11.00: Infusion Steroide – diesmal wird die Infusion mit dem Halskatheter verbunden.
  • 21.00: Uhr 1 Tablette gegen Muskelschmerzen. 
  • 23.00: 1 Spritze in Oberarm zur Stimulation der Stammzellen.
  • 3.00: 1 Spritze in Oberarm zur Stimulation zur Stammzellen.

 

Der grosse Halskatheter war gewöhnungsbedürftig und für die nächsten zwei Tage mein Begleiter, im grossen und ganzen aber keine grosse Sache. Von anderen Kollegen hörte ich, dass dieser sie vor allem in der Nacht beim Schlafen oder sonstwie sehr gestört habe.

Währenddem ich in Moskau war, breitete sich in der Schweiz das Coronavirus immer mehr aus.  Deshalb informierte der Bundesrat heute Nachmittag: Ab 24.00 Uhr beginnt in der Schweiz der Lockdown. Bei meiner Rückreise anfangs April ist die Schweiz mit dem Lockdown eine anderes als bei meiner Hinreise Mitte März ohne Lockdown.

 

Fazit: Vor dieser Phase der Stimulation der Stammzellen hatte ich grössten Respekt. In den Unterlagen der Klinik stand, dass eine mögliche Nebenwirkung Fieber sein könnte. Und wenn ich Fieber habe, bin ich, dass gehört zu meinem Krankheitsbild, ein bis zwei Tage an den Beinen gelähmt und mein rechter Arm und die rechte Hand fast kraftlos. Und überhaupt sehr geschwächt. Nicht sehr lustig und beängstigend.  Zum Glück hatte ich in diesen Tagen kein Fieber – ein Riesenstein fiel mir vom Herzen! Auch wenn die anderen Nebenwirkungen nicht ohne waren, waren die mir doch um einiges lieber als das Gelähmt-Sein. Meine Nebenwirkungen waren schmerzhaften Magenblähungen und Durchfall. Mittels Medikamenten konnten diese Beschwerden zum Glück behoben werden. Und weil Steroide richtig Aufpunschen, war es auch nötig, dass ich in den ersten zwei Nächten Schlafmittel verabreicht bekam.

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5 Kommentare

  1. Brigitte Ablasser

    Hey Markus!
    War das Anlegen des Hals-Katheters schmerzhaft? 🙁
    Zum Glück hattest Du kein Fieber – super!
    Hoffe, dir ist nicht zu fest langweilig…
    Machs gut!

    1. Markus

      Hoi Brigigitte 🙂
      Das Anlegen des Halzkathers empfand ich nicht als besonders schmerzhaft. Ich wurde in ein kleines Zimmer des 3.Stockes gebracht. Mit kräftiger Unterstützung wurde ich vom Rollstuhl auf den höher gelegten, schmalen Schragen gelegt. Ich fühlte mich entspannt. Zwei Ärztinnen wirbelten um mich herum, erzählten entspannte Geschichten aus ihrem aus ihrem russischen Alltag, summten vor sich und schienen auch sonst guter Dinge zu sein. Die eine Ärztin reichte der zweiten Ärztin die nötigen Hilfsmittel. Sie fixierte routinemässig, gekonnt und beschwingt den Katether. Ab und zu fragte sie mich ich, ob für mich denn alles Ordnung sei. Sie desinfizierte die Stelle noch einmal und meinte: „Wie are ready my dear friend!“

      1. Brigitte Ablasser

        Halt einfach Vollprofis! 🙂
        Wünsch dir einen guten Start im Isolationszimmer und mit der Chemo – toi toi toi!!

        1. Markus

          Ja, die sind wirklich Vollprofis! Und schaffen von Hand in Hand, machen kompetent, professionell, routiniert und mit viel Herzblut und freundlich fokussiert ihre Arbeit. Eine jede und ein jeder weiss genau, was zu tun ist. Einfach toll!

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